Die öffentliche Diskussion der digitalen Transformation auf kommunaler Ebene verengt sich bislang vielfach auf die Verfügbarkeit breitbandiger Netze oder die Erfordernisse der Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes. Darüber hinaus ist es bislang noch kaum gelungen, den Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeiten digitaler Angebote für alle kommunalen Lebensbereiche zu verdeutlichen und sie als engagierte Akteure bei deren Entwicklung (und Nutzung) zu gewinnen - obwohl gerade hier die Potenziale der smarten Kommune von morgen liegen.
Bislang unter „Ausschluss der Öffentlichkeit“
Ein wesentlicher Grund für diese Situation ist das Rollenverständnis der kommunal Verantwortlichen, die - so ist es im Bereich des eGovernment eine über Jahrzehnte geübte Praxis - digitale Angebote für die Verwaltung weitgehend unter „Ausschluss der Öffentlichkeit“ entwickelt haben.
Wo sich die voranschreitende Digitalisierung den Bereich der Daseinsvorsorge erschließt, sei es im Bereich der Mobilität, der Nachbarschaftshilfe oder bei Bildung, Kultur und Freizeit, oder verloren gegangenes Interesse an der Mitwirkung bei kommunalen Entscheidungen über innovative Partizipationslösungen zurückgewonnen werden soll, ist die aktive Beteiligung der jeweiligen Zielgruppe des betreffenden digitalen Angebots der zentrale Erfolgsfaktor.
Neues Rollenverständnis notwendig
Diese aktive Beteiligung der lokalen Akteure aus allen kommunalen Lebensbereichen (von den örtlichen Vereinen und Organisationen bis zu ehrenamtlichen Initiativen aller Art) ist jedoch nur erreichbar, wenn die kommunalen Verwaltungen in den Gemeinden, Kreisen und Städte ein neues Rollenverständnis entwickeln. Wo sie im Bereich von Breitband und eGovernment vornehmlich in der ihnen vertrauten Funktion des „Verwalters“ gefragt sind, erfordert der Weg zur smarten Kommune eine Verwaltung, die initiiert, moderiert und inspiriert, kurz: eine Verwaltung, die sich als „Gestalterin“ des digitalen Wandels im kommunalen Raum versteht.
Das Zukunftsforum XI diskutiert vor diesem Hintergrund die Frage, wie sich öffentliche Verwaltungen aufstellen müssen, um „Smart City“- und „Smart Rural Area“-Konzepte mit breiter Beteiligung und damit Akzeptanz der Zivilgesellschaft sowie der ortsansässigen Wirtschaft zu entwickeln und umzusetzen. Als Sachverständige für das Podium konnte Ilina Olinki, Helsinki, Andreas Betz, Amt Hüttener Berge (Schleswig-Holstein), Dr. Ingmar Soll (Dataport), Hartfrid Wolff (KPMG) und Ekkehard Laste (CISCO) gewonnen werden.
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